Nachhaltig leben leichtgemacht
- Team Wasteinator

- 13. Apr. 2019
- 3 Min. Lesezeit
Alle Dorfkinder aufgepasst: Unsere Gastautorin Jessi von @fraeulein.frohnatur zeigt euch, wie ihr auch ohne Unverpackt-Laden in der Gegend ein Stück grüner leben könnt. Nachhaltig leben geht eben auch auf dem Land.
Das Thema Nachhaltigkeit ist längst keine Trend-Welle mehr. Im Netz beschäftigen sich immer mehr Menschen, Junge wie Alte, mit alternativen Ideen und ressourcenschonendem Handeln.
Wer anfängt, Nachhaltigkeit stärker in sein Leben zu bringen, der stößt früher oder später auf die Thematik Zero Waste. Seit Milena Glimbovski mit „Original Unverpackt“ in Berlin den ersten verpackungsfreien Laden Deutschlands eröffnete, sind immer mehr solcher Geschäfte hinzugekommen. Sie ermöglichen vielen Menschen eine einfachere Umsetzung eines verpackungsärmeren Konsums.
Aber ist das auch überall Realität?
Nein. Ich zum Beispiel wohne auf dem Land. 30 Minuten Fahrt trennen mich vom nächsten Unverpackt-Laden. Die Bahn fährt – mit viel Glück – einmal pro Stunde.
Läden, die besonders auf die Ressourcenschonung achten, gib es nicht.
In Großstädten wie Berlin, Köln, München und Hamburg ist es mit ihrer Vielzahl an Vintage-Stores, Start-Ups und einigen Unverpackt-Läden deutlich einfacher, ökologischer und müllfreier zu leben.
Aber: Nachhaltig Leben geht auch ohne Unverpackt-Laden!
Heute stelle ich euch ein paar Tipps vor, wie ihr auch in ländlichen Gebieten noch ein Stück grüner leben könnt, als ihr es vielleicht ohnehin schon tut. Denn Nachhaltigkeit ist so viel mehr als nur der Verzicht auf Verpackungen.
1. Clean-Ups (egal wo du bist)
Natürlich ist es wichtig, die Massen an Müll zu reduzieren. Allerdings befindet sich weit über die Hälfte der jemals produzierten Kunststoffe (Gesamt 8,3 Mrd. Tonnen, Quelle: Geyer et al., 2017) bereits in der Umwelt. Einmal in die Flüsse/Meere gelangt, sind sie praktisch nicht mehr herauszubekommen.
Wenn ihr also mal in der freien Natur Müll herumliegen seht, nehmt ihn mit und entsorgt ihn sachgemäß. Die Natur wird euch dankbar sein! Wusstet ihr, dass Plastik teils mehrere Jahrhunderte benötigt, um sich zu zersetzen? Dabei verschwindet es aber nicht, sondern spaltet sich in kleinere Teile, sogenanntes Mikroplastik, welches Giftstoffe aus der Umgebung bindet und von Meeresbewohnern mit der Nahrung aufgenommen wird.
2. Greife zu Großpackungen (Kaffee, Nudeln, Mehl etc.) Ohne Unverpackt-Laden, Bauernmarkt etc. ist es bei vielen Produkten praktisch kaum möglich, auf Verpackungen zu verzichten. Doch zumindest die Verpackungsmenge lässt sich begrenzen. Je größer die Packungen, desto weniger Verpackungsmaterial fällt verhältnismäßig an. Netter Nebeneffekt: Meistens sind die größeren Packungen preiswerter. Win-Win-Situation also!
3. Lebensmittel retten Neben den bekannten Organisationen & Start-Ups, die per App, Geschäft oder Online-Store Lebensmittel vor dem Müll retten und weiterverkaufen, kannst du auf weiteren Wegen dem Wegwerfen von Lebensmitteln vorbeugen: Manche Supermärkte haben extra Sammelstellen, in denen sie Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum kurz vor dem Ablauf steht, oft 50-70 % reduziert verkaufen. Des Weiteren gibt es noch eine praktische Smartphone-App vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: “Zu gut für die Tonne” heißt sie, verfügbar auf iOS und Android. In der App findet ihr tolle Rezepte zur Resteverwertung in der eigenen Küche. Mit dabei sind auch Tipps zur richtigen Lagerung, zum Einkauf und ein Lebensmittellexikon samt Angaben zur Haltbarkeit.
4. Cutting it! Stelle sicher, dass du Plastikringe (generell Kunststoffe in Kreisform) einmal durchschneidest, wenn so etwas in den Müll wandert. Warum? Mehr als 10 Millionen Tonnen Abfälle gelangen jährlich in unsere Ozeane. Über eine Million (See-)Vögel sterben an den Folgen von Plastikverschmutzung (Quelle: NABU). Die meisten Tiere verfangen sich/ersticken dabei an Plastikringen, beispielsweise Stücke von Getränkeflaschen oder den Halterungen für Dosen-Six-Packs.
5. Mach´s Dir selbst

Ihr braucht keine teuren Öko-Reiniger oder einen Unverpackt-Laden, um Spüli, Reiniger & Co. plastikfrei zu kaufen. Mit den “big five for life” (Zitronensäure, Natron, Waschsoda, Essig & Kernseife) ist es euch möglich, allerlei Reiniger& Hygieneartikel plastikfrei, ökologischer und günstiger selbst zu machen. Und keine Angst: Die Herstellung ist super einfach und schnell gemacht. Dafür gibt es mehr als genügend Anleitungen im Netz.
Was sind eure “Öko-Hacks”, um auch ohne Unverpackt-Laden nachhaltiger zu leben und zu konsumieren?
Lasst uns eure Tipps unten in den Kommentaren oder unter den aktuellen Instagram-Posts von @wasteinator & @fraeulein.frohnatur wissen!
In diesem Sinne
Jessi

Über Jessi
Auf ihrem Instagram-Kanal findet ihr alles Mögliche zum Thema Nachhaltigkeit. Von DIY-Anleitungen zur Resteverwertung oder Müllvermeidung bis hin zu informativen Einblicken über die Umweltbilanz von Produkten – Jessi holt zum Rundumschlag aus. Schaut doch mal bei ihr vorbei!

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