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(von engl. to refuse = vermeiden)

 

Das Vermeiden von Müll wird von vielen Menschen als der wichtigste Punkt des Zero-Waste-Lebens bezeichnet, da er sich dem Verzicht auf allen unnötigen Müll verschreibt. Seine zentrale Stellung wird auch dadurch deutlich, dass er bereits im Wort Zero-Waste selbst vorkommt.

 

Er ist aber natürlich nicht nicht wegen seiner namentlichen Nennung wichtig – nein, er beschäftigt sich mit dem Grundproblem der Konsumgesellschaft. Müll. Deutschland wird oft als „Müllrepublik“ bezeichnet, bei einem Blick auf die Zahlen wird das deutlich. Jeder Deutsche hat im letzten Jahr durchschnittlich 611 Kilogramm Müll angesammelt (Quelle: Statistisches Bundesamt) – im europäischen Vergleich sind wir damit unter den Top 5 der Länder mit dem höchsten Müllverbrauch.

 

Ein Zero-Waste-Leben mag anhand dieser Zahlen wie eine Utopie klingen. Seinen gesamten Jahresverbrauch an Müll in einem Marmeladenglas zu sammeln ist ein radikaler Schritt – aber per se auch nicht nötig. Natürlich, wer sich dieses Ziel setzt und dann bewältigt – Chapeau! – aber realistisch ist das für die Allgemeinheit nicht. Müllvermeidung bezeichnet aber nicht nur den kompletten Verzicht auf Müll, sondern den gezielten Verzicht auf unnötigen Müll.

Refuse Waste im Alltag

Gerade im Alltag kann man durch viele kleine Veränderungen großes bewirken. Man denke nur daran, wie viel Müll ein Mensch im Jahr produziert, der jeden Morgen seine Butterbreze und seinen Coffee-to-go beim Bäcker kauft.

 

Die Anschaffung eines wiederverwendbaren Thermo-Kaffeebechers sowie einer Brotdose aus Alu mag zwar am Anfang kostspielig erscheinen, aber da diese Produkte in guter Qualität mehrere Jahre halten, kann dieser Punkt relativiert werden. Manche Coffee-Shops, wie auch Starbucks, bieten zudem Rabatt beim Mitbringen den eigenen Kaffeebechers an.

 

Gegen die vielen Plastikverpackungen beim Take-Away essen in der Mittagspause oder nach Feierabend hilft das Mitbringen von selbstgemachtem Essen von zuhause – dadurch lässt sich als weiterer Vorteil zusätzlich viel Geld einsparen. Wenn man dann doch mal beim Schnellimbiss landet, einfach fragen, ob das Essen auch in die mitgebrachte Dose gefüllt werden kann.

 

Aber auch das einfache Ablehnen von Müll kann einen großen Unterschied machen. Einfach öfters mal die Frage stellen, ob man diesen Strohhalm, diese Serviette oder diesen Flyer wirklich braucht oder ob diese Dinge Sekunden später nur das Innere des nächsten Mülleimers sehen.

 

 

Refuse Waste beim Lebensmittelkauf

Gerade beim Lebensmittel-Einkauf kann der Grundsatz Refuse Waste einfach angewandt werden. Die folgende Aufzählung soll einen Überblick über Alternativen zu verpackten Lebensmitteln geben:

  • Obst und Gemüse kann man oft lose kaufen und nein, es ist nicht komisch, die Bananen ohne Plastiktüte auf das Band an der Kasse zu legen. In den meisten Bio-Läden werden frische pflanzliche Lebensmittel sowieso ohne Verpackung angeboten, aber auch beim Discounter lassen sich Alternativen zu Gemüsenetzen finden. Sollte man trotz allem eine Verpackung benötigen, eignen sich (natürlich gewaschene) Jutebeutel oder speziell für diesen Zweck verkaufte Gemüsenetze.

  • Fast genau das gleiche gilt beim Kauf von Brot und Backwaren. Viele Bäcker haben kein Problem damit, die Ware nicht in ihre Papiertüte, sondern in euren Stoffbeutel zu packen. Zur Not könnt ihr auch anbieten, dass sie euch das Brot in die Hand / auf die Theke legen sollen, damit sie euren Beutel nicht hinter der Theke liegen haben (Hygiene-Vorschriften!).

  • Für trockene Produkte wie Nüsse, Nudeln oder auch Zucker bieten sich verpackungsfreie Supermärkte an. In diese könnt ihr eure eigenen Gefäße mitbringen, die ihr dann vor Ort befüllen könnt.

 

 

Refuse Waste bei Hygieneprodukten

Bei Hygieneprodukten erscheint der Grundsatz der Müllvermeidung schwieriger – was er aber nicht sein muss. Klar, ein Einkauf bei einer Filiale einer bekannten Drogeriekette ist nicht wirklich möglich, gerade bei Körperhygiene sind Zero-Waste-Alternativen wahre Nischenprodukte. Im Folgenden habe ich euch eine kleine Übersicht zusammengestellt:

 

  • Die meisten verpackungsfreien Supermärkte haben eine kleine Ecke, die sich nur mit den Themen Hygiene & Pflege beschäftigt. Hier gibt es eine breite Auswahl an Produkten, die alle mit keiner (oder maximal Verpackung aus Papier) auskommen.

  • Sogar vegane Alternativen bieten der Laden LUSH an. Hier gibt es Seifenstücke, festes Haarshampoo, Conditioner und Körperbutter. Verkauft werden auch die Dosen dazu. Unbedingt an der Kasse die Papiertüte verweigern, in die die Produkte verpackt werden sollen – eine Dose als Verpackung reicht aus!

  • Aber auch die Drogeriekette DM bietet mehrere seifenfreie Waschstücke an. Diese sind zwar nicht unverpackt, aber immerhin nur in einem kleinen Papierkarton verpackt. Zuletzt habe ich eine ebenfalls nur in Papier verpackte Bambuszahnbürste im Drogeriemarkt Müller gefunden.

  • Gerade wenig verpackte Seifen  finden sich auch in den meisten Bioläden. Einfach mal nachschauen, wenn möglich in einem möglichst großem Laden, da bei kleinen Geschäften oft der Bereich Hygiene und Pflege vernachlässigt wird.

Refuse Waste

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